Was ist der MedAT?

Der MedAT ist seit 2013 der gemeinsame österreichische Medizin-Aufnahmetest für die Medizinischen Universitäten Wien,  Graz und Innsbruck sowie die Medizinfakultät der Universität Linz. Er wird jedes Jahr Anfang Juli an allen vier Universitäten gleichzeitig abgehalten und ist das offizielle Aufnahmeverfahren für die Studienrichtungen Humanmedizin und Zahnmedizin.

Der MedAT ist ein kombinierter Wissens- und Fähigkeitstest und überprüft deine Studierfähigkeit für den Bereich Medizin!

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Zulassung zum Studium?

Allgemeine Voraussetzung für die Zulassung ist – wie bei allen anderen Studienrichtungen – die allgemeine Hochschulreife (Matura, Berufsreifeprüfung oder vergleichbarer ausländischer Abschluss). Alternativ kannst du eine Studienberechtigungsprüfung ablegen, die dich gleichermaßen für die Zulassung ermächtigt. Unabhängig von der Art der Hochschulreife musst du in jedem Fall den Aufnahmetest MedAT absolvieren.

Für die Teilnahme am MedAT musst du noch nicht im Besitz eines Reifeprüfungszeugnisses (Matura, Abitur etc.) sein. Erst, wenn du einen Studienplatz erhalten hast und dich für dein Medizinstudium inskribieren möchtest (August / September), musst du deine Hochschulreife vorweisen können.

Für die Teilnahme am MedAT musst du dich lediglich fristgerecht anmelden und in diesem Zeitraum die Kostenbeteiligung von 110 Euro bezahlen. Du kannst auch jedes Jahr erneut am MedAT teilnehmen, allerdings immer nur für eine der vier MedUnis in Österreich.

Wie werden die Studienplätze für Medizin in Österreich vergeben (Zulassung)?

In Österreich gibt es keinen Numerus Clausus. Das heißt, dass deine Schul- oder Maturanoten bzw. dein Abitur für die Zulassung zum Medizinstudium nicht relevant sind. Es zählt also nur dein Ergebnis beim österreichischen Medizin-Aufnahmetest.

Der Test ist ein Reihungstest. Das heißt es gibt keine fixe Punktezahl, die du erreichen musst, sondern dein Ergebnis wird in Relation zu den Leistungen der anderen Bewerbern gemessen.

Wie viele Studienplätze für Medizin gibt es in Österreich?

Es gibt in Österreich 1.536 Studienplätze für Humanmedizin und 144 für Zahnmedizin (Stand: 2019), für die sich durchschnittlich rund 16.000 Personen bewerben. Es bekommt also nur ca. jeder 10. Bewerber auch einen Studienplatz für Medizin in Österreich!

Wie werden die Studienplätze für Medizin verteilt (Quote)?

Um dem Ansturm aus dem Ausland gerecht zu werden und die medizinische Versorgung in Österreich trotzdem zu sichern, gibt es beim Medizinstudium eine Quotenverteilung der Studienplätze:

  • 75 % der Studienplätze gehen an InhaberInnen eines österreichischen Reifeprüfungszeugnisses („Österreicher-Quote“).
  • 20 % der Studienplätze sind für EU-BürgerInnen reserviert, die kein österreichisches Reifeprüfungszeugnis haben, und
  • 5 % der Studienplätze sind für BürgerInnen anderer Staaten gedacht.

Eine Genderquote gibt es beim MedAT nicht.

Seit 2019 gilt diese Quoten-Regelung nicht mehr für Zahnmedizin, sondern nur für Humanmedizin. 

Wie ist der Ablauf des MedAT?

Du kannst dich nur an EINER der vier österreichischen MedUnis für den MedAT anmelden. Der geschriebene Aufnahmetest zählt dann auch nur für das Zulassungsverfahren an dieser Uni.

Der Test selbst ist an allen vier MedUnis gleich und wird gleichzeitig abgelegt. Er unterscheidet sich inhaltlich nur im Studiengang: Humanmedizin oder Zahnmedizin.

Für beide Studiengänge sind die Testteile BMS (Basiskenntnistest für medizinische Studiengänge: Biologie, Chemie, Physik, Mathematik), Sozial-emotionale Kompetenzen und KFF (Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten) zu absolvieren. Bei Humanmedizin kommt noch der Testteil Textverständnis hinzu, bei Zahnmedizin der Testteil Manuelle Fertigkeiten (Drahtbiegen und Figurenspiegeln).

Gemeinsam ist beiden Tests, dass der MedAT höchste Konzentration, Ausdauer und Stressresistenz erfordert: Er ist absichtlich auf Zeitdruck ausgelegt, da MedizinerInnen auch im Beruf tagtäglich mit diesem konfrontiert sind.

Sieh dir dazu hier unsere Reportage vom Testtag an.

Was sind die Testinhalte des MedAT?

Der MedAT besteht aus vier Teilen:

  1. Naturwissenschaftlicher Wissenstest

Dieser Testteil wird auch BMS (Basiskenntnis für Medizinische Studien) genannt. Er behandelt die Gebiete

  • Biologie (40 Fragen)
  • Chemie (24 Fragen)
  • Physik (16 Fragen) und
  • Mathematik (10 Fragen) auf gehobenem Maturaniveau.

 

  1. Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten

In diesem Testteil musst du

  • Figuren zusammensetzen (FZ)
  • Gedächtnis und Merkfähigkeit beweisen (GM)
  • Zahlenfolgen ergänzen (ZF)
  • Wortflüssigkeit beweisen (WF) und
  • Implikationen erkennen (IMP – nur für Humanmedizin).

 

  1. Sozial-emotionale Kompetenzen

Dieser Testteil gliedert sich in 2 Untertests (Aufgabengruppen):

  • Soziales Entscheiden
  • Emotionen Erkennen

 

  1. Textverständnis (H) / Manuelle Fertigkeiten (Z)

Der Testteil Textverständnis betrifft nur den MedAT-H und testet Verständnisfragen zu vorliegenden Texten ab. Im Testteil des MedAT-Z, Manuelle Fertigkeiten, müssen angehende Zahnmediziner Drähte biegen und Formen spiegeln.

http://www.aufnahmepruefung.at/medat-testteile-und-aufgabengruppen/

Wie werden die Testteile des MedAT gewichtet?

Die vier Testteile des MedAT werden bezüglich der Gesamt-Punktanzahl unterschiedlich und auch je nach Studiengang verschieden gewichtet:

  Humanmedizin (MedAT-H) Zahnmedizin (MedAT-Z)
BMS 40 % 40 %
Kognitiver Teil 40 % 30 %
Soziales Entscheiden 10 % 10 %
Textverständnis 10 %
Manuelle Fertigkeiten 20 %

Wie funktioniert der MedAT?

Der MedAT ist ein schriftlicher Multiple Choice-Test mit jeweils 5 Antwortmöglichkeiten, von denen immer genau EINE richtig ist. Er wird ausschließlich in deutscher Sprache abgehalten. Die Auswertung des MedAT erfolgt nur anhand der offiziellen Antwortbögen – selbst, wenn du die richtige Antwort im Fragenheft markiert hast, ist sie nicht gültig! Plane deshalb genug Zeit ein, um die richtigen Antworten fehlerfrei in den Antwortbogen zu übertragen, und trainiere dein Zeitmanagement bereits in der Vorbereitung auf den MedAT.

Der Antwortbogen wird maschinell ausgewertet, deswegen darf nur in blauer oder schwarzer Farbe geschrieben, und nur mit einem deutlich leserlichen X markiert werden. Es gibt keine Negativpunkte – selbst, wenn du die Antwort nicht weißt, kannst du also raten und hast eine Chance von 1:5 auf einen zusätzlichen Punkt.

Die Ergebnisse des Tests gelten nur für das Jahr, in dem der Test abgelegt wurde – es gibt weder eine Anrechnung, Bonuspunkte oder eine Warteliste für spätere Studienjahre.

Was sind der EMS, TMS, HAM-Nat und VMC?

Der EMS ist der Eignungstest für das Medizinstudium, der bis 2012 in Wien und Innsbruck durchgeführt wurde – er wurde 2013 durch den MedAT ersetzt. In der Schweiz ist er weiterhin in Verwendung.

Der TMS ist der Test für Medizinische Studiengänge, der in Deutschland für die Zulassung an deutschen Unis durchgeführt wird. An den Universitäten Hamburg, Magdeburg und Berlin-Charité wird nicht der TMS, sondern der HAM-Nat abgehalten. Er ist dem Wissensteil des MedAT ähnlich.

Der VMC schließlich ist der Virtuelle Medizinische Campus der Uni Graz. Auf dieser eLearning-Plattform, einem Moodle Add-On, kannst du dich auf den MedAT vorbereiten und eine Testsimulation durchführen!

Wie viel kostet der MedAT?

Die Teilnahme am MedAT kostet 110 Euro (Stand: 2019). Diese Kostenbeteiligung muss im Rahmen der Anmeldephase an die jeweilige Uni bezahlt werden – sonst darfst du nicht am MedAT teilnehmen!

Auf welchen Portalen kann ich mich über den MedAT informieren?

Alle offiziellen Infos zum MedAT bekommst du auf www.medizinstudieren.at. Die offizielle Seite zur Vorbereitung auf den MedAT ist der VMC, der Virtuelle Medizinische Campus der MedUni Graz. 

Umfangreiche Infos und Vorbereitungstipps zum MedAT findest du auch auf folgenden Websites: 

Mehr Informationen zum MedAT Medizin-Aufnahmetest sowie zu Aufnahmeprüfungen anderer Studienrichtungen findest du auf aufnahmeprüfung.at – der Informations- und Serviceplattform zum Thema Aufnahmeprüfungen an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und anderen tertiären Bildungseinrichtungen.